Matthäus 23: Weh euch ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler!

Es scheint nun endlich zusammenzuwachsen, was schon seit langem zusammengehört – Schwarz und Grün. Die Altkonservativen von der CDU/CSU und ihr zeitweise in einem als spätpubertäre Trotzreaktion auf die Elterngeneration zu verstehenden Ausflug in das linke, antiautoritäre Lager abgedrifteter Nachwuchs, liegen sich endlich wieder in den Armen. Der kleinbürgerliche Mief, der vielleicht nicht ursächlich, aber durch seinen unreflektierten Kadavergehorsam und der in diesen Kreisen weitverbreiteten Stammtischmentalität innewohnenden, sich selbst hochschaukelnden Kritiklosigkeit gegenüber Autoritäten oder vermeintlichen Autoritäten half, zwei grosse und unzählbar viele kleinere Kriege loszutreten, feiert fröhliche Urständ.

Waren es im letzten Jahrhundert nationale Parolen, die die Menschen gegeneinander aufhetzten, so tragen die jetzigen Kriegsherren den Schild der Menschenrechte wie eine Monstranz vor sich her. Wurden in den zwei Weltkriegen immer die Gegner als diejenigen bezeichnet, die die nationale Integrität bedrohten, deren Handeln man nur durch eigene Aggressivität entgegentreten konnte, so wird heute ausschliesslich der Gegenseite die Missachtung der Menschenrechte vorgeworfen, gegen die man mit Krieg und Vernichtung angehen muss. Dabei wird gern übersehen, dass die größte Missachtung der Menschenrechte der Krieg selbst ist.

Ausdruck findet dieses neue Bündnis zwischen Schwarz und Grün im Zeichen des postkolonialen Imperialismus in der Online-Petition:

„Syrien: Gegen das Wegschauen, gegen das Schweigen!“

Gerichtet ist die Petition auf dem Portal „change.org“ an den „Europäischen Rat“. Initiatoren der Petition sind die zwei Mitglieder des Deutschen Bundestags, Franziska Brantner von Bündnis 90/Die Grünen und Norbert Röttgen aus der Fraktion der CDU/CSU. Vorausgegangen war in den letzten gut 20 Jahren, seit der Übernahme der DDR durch die Bundesrepublik, ein krasser Paradigmenwechsel der deutschen Politik – vom friedlichen Neben- und Miteinander der Völker und Nationen hin zum aggressiven „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen!“

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