Wer die Türkei verstehen will, muss einen Blick auf ihre Geschichte werfen

Das Verhalten Erdogans ist für viele Europäer besorgniserregend. Sie sehen die Türkei auf dem Weg in eine islamische Autokratie. Für das Verständnis der aktuellen Geschehnisse ist ein Blick auf die Geschichte dieses Landes hilfreich.

Die Entstehung der modernen Türkei:

Im 19. Jahrhundert formte eine neue Ideologie die europäische Landschaft. Das Aufkommen des Nationalismus berührte auch das Osmanische Reich. Nationen wurden gegründet und proklamierten die Unabhängigkeit von den Osmanen. In der Folge verlor das Reich fast seine kompletten europäischen Besitztümer. Das Osmanische Reich galt als „kranker Mann am Bosporus“. Als Reaktion auf diese Entwicklungen entstand die Bewegung der Jungtürken. Sie galten als nationalistische, liberale Reformierer und viele zuvor unterdrückte Minderheiten hatten Hoffnung, dass sich ihre Situation bessern und die Repressalien der osmanischen Regierung enden würden. Die Jungtürken putschten sich an die Macht und unternahmen den Versuch einen osmanischen Nationalismus zu etablieren, dem alle osmanischen Bürger (auch Christen und Juden) zugehörig sein sollten. Andere, konkurrierende Nationalismen (griechische, armenische, kurdische) verhinderten aber den Erfolg des Osmanismus und die Jungtürken forcierten nun einen türkischen Nationalismus und sahen die christlichen Minderheiten als Elemente an, die dem im Weg standen. Fortan verstärkte sich Diskriminierung, Gewalt und Unterdrückung der christlichen Minderheiten.

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