Teilhabe: Sei Sokrates!

Alle Welt war nur noch am lamentieren, diskutieren und sie kamen selten auf nur einen gemeinsamen Nenner, streiteten sich all zu oft. [..] Selbstverständlich haben die unterschiedlichsten Menschen mitunter auch unterschiedliche Ansichten von einer schier unüberschaubaren Menge an wiederum verschiedensten Themen. Ebenso gilt dies für die Prioritäten die sie thematisch jeweils setzen. Das war in der Antike schon so, das ist heute und wird immer so sein.
Dennoch: Die Quali und -Quantität hatte sich verändert.

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Inflation der Hitler-Vergleiche – Totschlagargument in der politischen Diskussion

Es herrscht ein gewisser Alarmismus in den Medien. Ein böses Gespenst feiert fröhliche Urständ – Adolf Hitler. Zur Zeit geistert der wohl schlimmste Verbrecher aller Zeiten in gleich drei Metamorphosen durch den Blätterwald – in den Gestalten von Putin, Erdogan und Trump. Er hat in den letzten Jahrzehnten allerdings schon andere Erscheinungsformen angenommen. So trat er in den Körpern des Serbischen Präsidenten Slobodan Milošević, des Irakischen Machthabers Saddam Hussein des Libyers Muammar al-Gaddafi, des Palästinenserführers Jassir Arafat oder Osama bin Ladens auf. Alle fünf Männer, so unterschiedlich sie auch sein mögen, haben eines gemeinsam – sie sind alle tot und sie sind nicht daheim in ihren Betten gestorben. Vier von ihnen waren ausserdem islamischen Glaubens.
In den letzten Jahren, und besonders in den letzten Monaten und Wochen häufen sich die Vergleiche mit Adolf Hitler, besonders im Zusammenhang mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, der allerdings, je nachdem wie es besser passt auch gern mit Stalin gleichgesetzt wird. Ganz neu im Club ist der US-amerikanische Präsident Donald Trump.
Sinn und Zweck dieser Vergleiche oder Gleichsetzung aktueller Politiker mit Hitler oder deren Politik mit den Verbrechen der Nazis ist es, sie zu stigmatisieren und nahezu jedes Mittel gegen sie zu legalisieren. Allerdings sind diese Vergleiche ein zweischneidiges Schwert. Zum einen nivelliert es die einzigartigen Verbrechen der Nazis. Mit jedem neuen Vergleich eines Politikers mit Hitler oder dessen Politik mit den Verbrechen der Nazis erscheinen diese in ihrer Einzigartigkeit eigentlich unvergleichlichen Taten, weniger einzigartig, weniger brutal. Zum anderen verliert der als Totschlagargument verwendete Vergleich immer mehr an seinem Gewicht.
In seiner Dissertation:

„Mit Hitler zum Medienskandal – Skandal oder Skandalisierung? Eine medien- und kommunikationslinguistische Analyse von NS-Vergleichen und Verweisen auf den Nationalsozialismus als Auslöser für öffentliche und massenmediale Empörung“,

schreibt Frederk Weinert zur Rolle der Medien:

„Für einen Großteil der heutigen Gesellschaft ist Adolf Hitler die ‚Reinkarnation des Bösen’. Ein Hitler-Vergleich ist also das Maximum, um eine Person zu diffamieren. Für die Massenmedien ist ‚das Böse’ wiederum gut. Es gilt: Bad news are good news. Nationalsozialistische Verweise in der politischen Kommunikation sind als Ereignis so explosiv, dass verschiedene Nachrichtenfaktoren bedient werden.“

Ein Stück vom Kuchen wollte sich nun auch das zum Bauer Verlag gehörende Online-Portal „Huffington Post“ abschneiden:

„Nazipropaganda zum Reichstagsbrand: Ein Historiker zieht Parallelen zu Putin, Erdogan und Trump“,

nennt Marco Fieber seinen Artikel. Als Grundlage dient Fieber ein Beitrag des US-Historikers Timothy Snyder in „The New York Review of Books“. Snyder soll’s recht sein. Der versucht zur Zeit sein neuestes Buch „On Tyranny – Twenty Lessons from twentieth Century“ zu verkaufen, dass in den USA gerade erschienen ist, und in Deutschland unter dem Titel „Über Tyrannei: Zwanzig Lektionen für den Widerstand“ am 8. März auf den Markt kommt.
Dabei ist Snyder nicht zimperlich. Die Art seiner Argumentation ist mit der eines Wissenschaftlers unvereinbar. Seine Argumentation gibt sich nicht einmal die Mühe den Anschein der politischen Agitation zu verschleiern. Was ihm in seine Argumentation zu passen scheint, das biegt er sich zurecht und bauscht es auf. Was nicht so recht passen will, dass lässt er weg oder redet es klein.
Marco Fieber und die Huffington Post scheinen zudem der Ansicht gewesen zu sein, dass ganze Passagen des Snyderschen Elaborates den Deutschen nicht zuzumuten seien. So fehlen ganze Passagen über George W. Bushs Krieg gegen den Terror, die sehr bemerkenswert sind und aufzeigen, wessen Geistes Kind der Autor ist. Mit Bezug auf eine Äusserung Trumps aus dem Jahr 1989, der damals laut Snyder gesagt haben soll, dass

„bürgerliche Freiheiten enden, wenn ein Angriff auf unsere Sicherheit beginnt“,

relativiert Snyder die einschneidenden Massnahmen der Bush-Regierung nach dem 11. September 2001:

„Es sind aufstrebende Tyrannen, die sagen, dass ‚die bürgerlichen Freiheiten enden, wenn ein Angriff auf unsere Sicherheit beginnt.‘ Umgekehrt finden Führer, die die Rechtsstaatlichkeit bewahren wollen, andere Möglichkeiten, über echte terroristische Bedrohungen zu sprechen und sie werden sicher keine erfinden oder sie bewusst schlimmer machen.“

Snyder scheint dabei den, von der Bush-Regierung in einem Schnellverfahren und teilweise durch offene Erpressung der Abgeordneten der beiden Kammern des Us-Parlamentes durchgesetzten Patriot Act, völlig zu vergessen. Dieses Gesetz, das in nur drei Tagen durch beide Häuser des Parlaments (am 24 Oktober 2001 stimmte das Repräsentantenhaus, am 25. Oktober stimmte der der Senat zu) gepeitscht und von Bush unterschrieben wurde, grenzte die bürgerlichen Freiheiten der Menschen in wesentlichen Punkten ein und öffnete für die Überwachung von Wirtschaft, Politik und Presse weltweit Tür und Tor.
So können die US-Geheimdienste NSA, CIA oder die Bundespolizei FBI ohne richterlichen Beschluss auf alle Server von Internet-Providern zugreifen. Davon sind nicht nur US-amerikanische Unternehmen betroffen, sondern auch die Tochterfirmen ausländischer Unternehmen, selbst wenn das nach Gesetzen ihrer Heimatländer verboten ist. Durch das von Edward Snowden der Öffentlichkeit bekannt gemachte Programm PRISM haben die US-Nachrichtendienste Zugriff auf alle Aktivitäten der Nutzer digitaler Medien. Dazu zählen E-Mails, Videokonferenzen, Chats und sogar sämtliche Telefongespräch in den USA und überall auf der Welt.
Des weiteren erlaubt der Patriot-Act Hausdurchsuchungen ohne Wissen der betroffenen Personen, Konteneinsicht aller Bürger der USA und die CIA, eigentlich der Auslandsgeheimdienst der USA darf , ohne jede Kontrolle, auch im Inland ermitteln. Von den Behörden ausländischer Staaten verlangen die USA die persönlichen Daten aller in die USA einreisender Ausländer. Der Patriot-Act eröffnet den Us-amerikanischen Schnüfflern ausserdem nie gekannte Möglichkeiten zur Wirtschaftsspionage.

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Marieluise Beck – ein Opfer Putins und der deutschen Querfront?

„Aus Fehlern wird man klug“. Was aber, wenn man, zumindest in der Selbsteinschätzung keine Fehler macht? Dann müssen eben übelwollende Zeitgenossen als Sündenböcke für den eigenen Mißerfolg herhalten.

So sind etwa nicht die Demokraten und namentlich die Kandidatin Hillary Clinton selbst, schuld an ihrer Niederlage bei den Präsidentschaftswahlen in den USA, sondern die angebliche Einmischung Russlands und vor allen Dingen des russischen Präsidenten Putin zugunsten des Republikaners Trump in den Wahlkampf.

Nicht die Machenschaften des demokratischen Establishments zur Verhinderung Bernie Sanders, dem alle Umfragen eine wesentlich größere Siegchance gegen Trump einräumten, sind nach offizieller Lesart ursächlich für das Disaster bei den Präsidentschaftswahlen, sondern die Berichterstattung darüber. Der Überbringer der Nachricht wird zum Bösewicht, nicht der Täter.

Nicht die völlige Ignoranz der realen Lebenssituation der Menschen in den USA durch die Kandidatin Clinton ist die Ursache für ihr desaströses Wahlergebnis, sondern die Tatsache, dass sich die russischen Medien für einen Präsidenten Trump stark machten.

Und so ist auch die Entscheidung der Briten, aus der EU auszutreten, nicht etwa die jahrelange stoische Resistenz der, der Wirklichkeit weit entrückten Brüsseler Bürokraten gegen die Bedürfnisse und Befindlichkeiten, nicht nur der Bevölkerung Großbritanniens, sondern die autokratische Entscheidung einer fehlgeleiteten Minderheit von zumeist Älteren Ungebildeten und im Gegensatz zu den gut gebildeten Citizens der Metropolen eher tumben Landbevölkerung, die die demokratischen Pflichten dahingehend falsch verstanden, dass sie Wählen gingen, anstatt ihre Meinung über Twitter und Facebook kund zu tun.

Und es ist auch nicht einer völlig abgehobenen Kaste von Politikern, Journalisten und Wirtschaftsführern anzulasten, dass in ganz Europa die Rechtspopulisten Wahlen gewinnen. Die zunehmende Wahlbeteiligung bei den Landtagswahlen in Deutschland, seitdem die AFD sich beteiligt zeigt doch überdeutlich, dass das jahrelange Regieren nach der Maxime, die Entscheidungen der Eliten seien alternativlos, die Bürger regelrecht aus den Wahllokalen und der politischen Anteilnahme gejagt haben.

Es ist auch nicht einer vollkommen ignoranten Großmachtpolitik der USA und der EU in Europa geschuldet, dass die Welt sich in einem erneuten Kalten Krieg befindet, sondern angeblich dem nationalen Wahn von einem wieder erstarktem Russland. Mit Verlockungen und Versprechungen, mit Geld, Investitionen und, gemessen an Westeuropäischen Standards, schlecht bezahlten Arbeitsplätzen hat man die Staaten Osteutopas in die EU und die Nato geholt und scheinheilig behauptet, dem Wunsch um Aufnahme in die Bündnisse nicht entgegenstehen zu können. Das aggressive Heranrücken der EU und der Russland als Gegner betrachtenden Nato an die russischen Grenzen fand seinen unrühmlichen Höhepunkt in dem offen gegen Russland gerichteten EU-Assoziierungsvertrag mit der Ukraine. Der Vertragstext, der sich in weiten Teilen wie ein Unterwerfungsvertrag liest, stellte die Ukraine vor die Wahl Russland oder EU.

Als die Regierung der Ukraine das erkannte legte sie den Vertrag zunächst einmal auf Eis. Die Proteste der enttäuschten Bürger, die sich, geblendet von den Bildern des goldenen Westens um ihre Zukunft betrogen fühlten, nutzte der Westen, um in einem Akt der Gewalt einen Regimechange herbeizuführen.

Und letztlich ist die Destabilisierung des gesamten Nahen Ostens nicht dem westlichen Imperialismus und der Einmischungspolitik in die inneren Angelegenheiten der Staaten Nordafrikas und der arabischen Halbinsel durch die USA und die EU zu verdanken, sondern islamistischen Terrororganisationen, dioe den Westen angreifen. Dabei wird allzu gern vergessen, dass die Mutter aller islamistischer Terrororganisationen, Osama bin Ladens Al Kaida, deswegen entstand, weil die USA sich weigerten, ihre Militärbasen in Saudi Arabien nach dem Krieg gegen Sadam Husseins Irak im Jahr 1991 wieder zu räumen. Osama bin Laden und viele seiner Landsleute sahen das las eine heimliche Besatzung ihres Landes an.

Einen kleinen Einblick in die Gedankenwelt der politischen Klasse gab vor kurzem die Bundestagsabgeordnete der Grünen Marieluise Beck. Beck, die für die Grünen seit 1983 im Deutschen Bundestag sitzt spürte in ihrer Partei massiven Unmut darüber, dass sie nach 34 Jahren noch einmal für die Bundestagswahl im Herbst 2017 erneut kandidieren wollte. Eine solche innerparteiliche Opposition begriff die Frau des Co-Vorsitzenden der „Heinrich Böll Stiftung“ Ralf Fücks, die sich gern schon einmal als Grand Dame der Grünen bezeichnen lässt wohl als Majestätsbeleidigung.

Am 12. August gab sie in „Eine Zwischenbilanz. Erklärung an den Grünen Landesverband“ ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur für den Deutschen Bundestag bekannt. Ihre ewig lange Erklärung, die getragen ist von Selbstbeweihräucherung und Pathos hipfelte in absoluter Verkennung demokratischer Geflogenheiten in dem Satz:

„Nach so vielen Jahren engagierter Politik für die Grünen werde ich nicht erneut in eine Kampfkandidatur gegen maßgebliche Kräfte des Bremer grünen Establishments gehen.“

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Die lange Geschichte der Entmündigung der Menschen durch Politik und Presse

Hier geht es mehr um die zunehmende Verrohung und den durch Lügen und Falschdarstellungen sich zusehends vergiftenden politischen Diskurses, nicht nur in Deutschland. Dabei kommt jenen, die da jammern, wehklagen, anklagen und verurteilen, denen, die sich selbst als Elite definieren und diesen Anspruch in der Gesellschaft vehement verteidigen, selbst ein gerüttelt Mass Schuld an den derzeitigen Verhältnissen zu.

Angefangen hat alles in den Regierungszeiten Ronald Reagans in den USA und Margret Thatchers in Grossbritannien mit der Einführung eines Denkverbots:

„There is no Alternative“,

war das Lieblings- und zugleich Totschlagargument der „eisernen Lady“. Das „TINA-Prinzip“, wie es alsbald genannt wurde, war Rechtfertigung und Begründung zugleich für die damaligen Grausamkeiten in der Arbeits- und Sozialpolitik. Es wurde aber auch gern zur Begründung kriegerischer Handlungen, zum Beispiel für den Ausbruch des Falklandkrieges genutzt. Später bemächtigte sich dann der deutsche Kanzler der sozialen Kaltherzigkeit und des Sozialabbaus, Gerhard Schröder, und seine Nachfolgerin Angela Merkel dieser Argumentationslinie. In die Amtszeit Merkels fällt dann auch die Wahl des Wortes „alternativlos“ zum Unwort des Jahres 2010.

Mit dem Begriff der Alternativlosigkeit wurde der bis dahin noch mündige Bürger, soweit er sich der Meinung der Politik und weiten Kriesen der Mainstreampresse nicht anschloss, kuzerhand entmündigt und, wenn er sich dann weiter uneinsichtig zeigte, zum Querulanten abgestempelt, der nicht ernst zu nehmen sei. Zu welchen Verwerfungen diese Politik der Kaltherzigkeit, die keinen Widerspruch zuliess, allein im sozialpolitischen Bereich führte, man möge sich an Begriffe wie Ein-Euro-Jobs, Hartz IV, den Begriff des Geringverdieners, des Aufstockers, der Armutsrente erinnern, kann heute in den Ausgabestellen der Tafeln und Tische besichtigt werden.

Von der Presse wurde die Hatz auf die sozial Schwachen, die Verlierer unserer, allein am Besitzdenken ausgerichteten Gesellschaft, mit Ausdrücken wie Sozialschmarotzer und Geschichten über Yacht-Hans, Viagra-Kalle, Karibik-Klaus, Mallorca-Karin und dem Urvater der angeblichen Sozialbetrüger, Florida-Rolf, geführt.

Von der Bildzeitung entdeckt und quasi getauft, sorgte die Geschichte von Rolf John für Furore und letztendlich sogar zu einer Gesetzesänderung. Der Medienjournalist Kai-Hinrich Renner sagt dazu in einem Beitrag für die „Bundeszentrale für politische Bildung“:

„Die Bundesregierung sah Handlungsbedarf und brachte in Rekordzeit eine Gesetzesnovellierung auf den Weg. Zwar leben keine 1000 Sozialhilfeempfänger im Ausland. Doch bis auf wenige Ausnahmen müssen sie nun nach Deutschland zurückkehren. Für den Steuerzahler wird das ein teures Vergnügen. Er darf nicht nur für den Rücktransport der von ihm alimentierten Auslandsdeutschen aufkommen, sondern muss ihnen voraussichtlich auch einen erhöhten Sozialhilfesatz zahlen. Die meisten Sozialhilfeempfänger haben sich nämlich in Ländern – wie etwa Polen – niedergelassen, in denen das Leben billiger als in Deutschland ist. Da die Höhe der Sozialhilfe sich nach den Lebenshaltungskosten richtet, beziehen sie in der Regel in der Heimat mehr Stütze als in der Fremde.“

Für die Presse waren diese Tatsachen allerdings kein Grund die Änderung des Gesetzes, das dereinst für Verfolgte des Naziregimes geschaffen wurde, denen man nicht zumuten wollte, im Land ihrer Peiniger zu wohnen, zu kritisieren. Im Gegenteil – die Hetze auf niedrigstem Niveau wurde fortgesetzt: Der „Tagesspiegel“ sonnte sich am 10. März 2004 in einem Artikel mit der Überschrift:

„Für ‚Florida-Rolf‘ geht die Sonne unter – Ab April bekommt Deutschlands prominentester Sozialrentner keine Stütze mehr“,

im Ruhm journalistischen Machtgehabes:

„Der Einfluss der Presse wird oft überschätzt. Hier nicht: Rolf J., bekannt als ‚Florida-Rolf‘, bekommt ab dem 1. April keinen Pfennig mehr vom Staat. Wie der Tagesspiegel erfuhr, haben die deutschen Behörden dem im sonnigen Miami lebenden 65-jährigen Sozialhilfeempfänger im Februar aufgrund des eigens für ihn erlassenen Gesetzes die Stütze entzogen.“

„Der Spiegel“ widmete Rolf John in jenem denkwürdigen März 2004 gar zwei Artikel. Am 9. März bezeichnete er den Medienhype zumindest als das, was er war – eine Neid-Debatte – konnte sich einer klammheimlichen Freude jedoch nicht enthalten:

„Kein Geld mehr für ‚Florida Rolf‘
So schnell hat es selten in Deutschland eine Gesetzesänderung gegeben. Nur Tage nach der Neid-Debatte in den Medien über das Leben eines deutschen Sozialhilfeempfängers am Strand von Miami wurde das Bundessozialhilfe-Gesetz verschärft. Für „Florida-Rolf“ gibt es ab Ende des Monats kein Geld mehr. „

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Zensur durch Geldstrafen

Das ich von Katrin Göring-Eckardt und dem Grünen nichts halte ist ein offenes Geheimnis. Mittlerweile werden sie aber zu einer echten Gefahr für die Freiheit in Deutschland. In ihren Anfängen als pazifistisch ökologische Partei haben sie sich stets darüber beklagt, dass ihre Ansichten in den Medien nicht wiedergegeben wurden und mehr Medienfreiheiten gefordert. Das ist lange vor bei.

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Menschen ohne eigene Identität

Dieser Artikel besteht im wesentlichen aus Versatzstücken anderer Artikel. Aber angesichts des Geschehens um uns herum ist es wichtig, dass wir uns immer wieder vor Augen halten, warum die Dinge so sind, wie sie sind. Es reicht eben nicht, nur auf die bösen Politiker und unfähigen Manager zu schimpfen, man muss hinter die Fassade sehen, um solche Leute verhindern zu können

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DAS SMART-GRAB

Das Smart-Grab ist da. Endlich!
Darauf haben wir alle gewartet.
Das Grab für den vernetzten, modernen Menschen für heute.
Sicher genau das Richtige für diejenigen, die gestern beim beinahe-nationalen Netzausfall erschreckt gesagt haben: „Was, kein Whattsapp? Müssen wir uns jetzt etwa unterhalten?“

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Volkswirtschaft – nichts als ein fauler Zauber

Mein Freund Elmar Benninghaus der nicht nur ein Künstler ist der mir liegt, sondern auch Duckhome Autor hat auf Facebook eine Diskussion über die menschliche Rationalität bei gleichzeitiger menschlicher Irrationalität angefangen der ich nicht widerstehen konnte. Dabei brachte Elmar den Begriff vom: „sozioökonomisch-naturwissenschaftlichem Messer am Hals“ der Menschen. Dieses Messer fühlen zur Zeit viele Menschen und es macht sie fertig. Mir gab es ein Stichwort.

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Da war doch was…

Gastbeitrag von Claudia Wangerin zuerst gepostet auf Facebook.

Deutsche Linke haben es jahrelang versäumt, Hasskriminalität gegen Frauen zu benennen und als Politikum zu betrachten. Dass sie das eigentlich hätten tun sollen, dämmert einigen, wenn Rechte mal wieder versuchen, das Problem rassistisch zu instrumentalisieren.

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Der böse Trump, seine Evangelikalen und Blackrock

Donald Trump stellt langsam aber sicher seine Führungsmannschaft zusammen. Das ist in den USA traditionsgemäß die Zeit einer Art Generalabrechnung vor Start des Rennens. Die Medien und die hinter ihnen stehenden Interessengruppen versuchen zu vermitteln, was der neue Präsident und seine Leute zu tun und zu lassen haben. Funktioniert bei Trump nicht, weil sie ihn davor zu lange mit Schmutz beworfen haben. Aber das haben die noch nicht kapiert.

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Christoph Butterwegge: Agenda der Solidarität für eine inklusive Gesellschaft

Beweggründe für meine Bewerbung um das Bundespräsidentenamt

von Prof. Dr. Christoph Butterwegge

Mit meiner Kandidatur möchte ich die Öffentlichkeit für soziale Probleme sensibilisieren, denn obwohl die Gesellschaft immer stärker auseinanderfällt, nimmt das Establishment diesen Polarisierungsprozess nicht oder falsch wahr. Außerdem möchte ich der weiteren Zerstörung des Wohlfahrtsstaates durch neoliberale Reformen entgegentreten – gerade wird die Privatisierung der Autobahnen und damit ein neuerlicher Höhepunkt der Ökonomisierung und Kommerzialisierung aller Lebensbereiche vorbereitet – sowie jenen Teilen der Bevölkerung eine politische Stimme geben, die immer stärker ausgegrenzt werden.

Seit geraumer Zeit zerfällt unsere Gesellschaft stärker in Arm und Reich, weil die soziale Ungleichheit hinsichtlich der Einkommen und Vermögen enorm zugenommen hat. Während das reichste Geschwisterpaar der Bundesrepublik, Stefan Quandt und Susanne Klatten, im Frühsommer 2016 für das Vorjahr eine Rekorddividende in Höhe von 994,7 Millionen Euro nur aus ihren BMW-Aktien bezog, lebten fast zwei Millionen Kinder und Jugendliche in landläufig als „Hartz-IV-Familien“ bezeichneten SGB-II-Bedarfsgemeinschaften und mussten je nach Alter mit 237, 270 bzw. 306 Euro im Monat (plus Miet- und Heizkosten) auskommen. Mehrere hunderttausend alleinerziehende Mütter im Arbeitslosengeld-II-Bezug sind froh, wenn sie am 20. des Monats noch etwas Warmes auf den Tisch bringen.

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Frank Walter Steinmeier was sind sie doch für ein erbärmliche Wesen

Ich gebe es offen zu, ich mochte diesen angepassten Typen ohne eigene Meinung der nur die Stimmer der USA und des Großkapitals ist, nie. Ich habe ihn dafür gehasst und hasse ihn immer noch dafür, das alles was er tut darauf abzielt, den arbeitenden Menschen in diesem Land, den Alten und Kranken und den Armen noch mehr Unglück zu bringen, ihnen auf jeden Fall Schmerzen und Trauer zu bereiten. Wenn ich sehen würde, dass ihn jemand erschießt, würde ich lächelnd die Arme verschränken und zusehen und höchsten hoffen dass der Tod möglichst lange dauert.

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Freude – 9. November 1989

Zu aller erst erinnere ich mich an Lust. Wir lagen schon halbwegs gesättigt im Bett und sind sie hatte gerade die Zigarette danach angemacht. Bei uns gab es nur nach jeder zweiten Runde, eine einzige damit ich weiterstreicheln und das Feuer erhalten konnte. Ich zwirbelt ihre Nippel und spürte mit der Hand auf ihrer Bauchdecke, wie ein paar kleine Lustwellen durch ihren Bauch liefen ….

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Ein kleines Beispiel für die Wahrheitsliebe und das Verantwortungsbewusstsein deutscher Qualitätsblätter

Grosse Aufregung herrschte vor knapp einem Jahr, Anfang November 2015, im deutschen Blätterwald. Den üblichen Hetzern und Verschwörungstheoretikern bescherte der Tod des ehemaligen Beraters der russischen Präsidenten Medwedew und Putin, Gründers des Senders Russia Today und Pressechefs von Gazprom Michail Lesin (oder Lessin) in einem Hotel in Washington reihenweise feuchte Träume.

Ein toter Russe aus dem weiteren Dunstkreis Putins in einem Hotelzimmer in der Hauptstadt des Erzfeindes USA, noch dazu mit Verletzungen an Kopf, Hals Oberkörper und Extremitäten, ein Geschenk von der Sorte, die es nur gibt, wenn Ostern und Weihnachten zusammenfallen.

Die Süddeutsche titelte:

„Ex-Putin-Berater Lessin starb gewaltsam“,

das Handelsblatt:

„Früherer Putin-Berater Lessin starb gewaltsam“,

Spiegel online sah sich gar genötigt, sich am gleichen Tag, dem 11. März 2016, gleich zweimal dem Thema zu widmen. Meldete das ehemalige Nachrichtenmagazin am Morgen um 10:59 Uhr noch für Spiegel-Verhältnisse vergleichsweise neutral:

“ US-Gutachten – Putin-Berater Lessin kam gewaltsam ums Leben“,

so hatte um 18:18 der damalige Moskauer Korrespondent Benjamin Bidder sein in aller Eile zusammengeschmiertes Propagandaelaborat fertiggestellt und Spon konnte, bereits das Ergebnis der Untersuchung der Us-amerikanischen Ermittlungen vorwegnehmend, verkünden:

„Mord an Putin-Berater – Der mysteriöse Tod des Bulldozers“,

während man bei Zeit-online, wenigstens noch in der Überschrift Seriosität vortäuschend, allerdings sechs Stunden, um 12:17 Uhr, vor Spiegel-Bidder fragte:

„Warum starb Michail Lessin“,

näherte man sich im Text dann aber dem so sehr herbeigewünschten Untersuchungsergebnis, zwar immer noch in eine Frage gekleidet, schon etwas mehr an:

„Wurde Lessin zu Tode geprügelt? …war sein Tod geplanter Mord?“

Um den Eindruck, hier sei eine Verschwörung im Gange, zu untermauern, war man sich bei der „Zeit“ auch nicht zu schade, seinen Leserinnen und Lesern eine dicke Lüge aufzutischen:

„Warum sie so lange brauchten, um das herauszufinden, dazu geben die Behörden keine Auskunft.“

Das ist schlichtweg falsch. Und dieser Umstand kann dem oder den Autoren, die es vorzogen, lieber nicht als solche benannt zu werden, auch nicht entgangen sein, denn die Washington Post berichtete bereits einen Tag, bevor Zeit-online seine wüste Mord-und-Totschlaggeschichte ins Netz stellte:

„Ein Beamter des D.C. Medical Examiner’s Office sagte, dass die Sektionsbefunde eine ungewöhnlich lange Zeit in Anspruch nahmen, weil Beamte Drogentests abgewartet hätten, und die Ergebnisse einem Peer-Review unterzogen hätten, ein Schritt, der nur in besonderen Fällen Anwendung fände“

Ein Peer-Review, so wurde es am 24. März hier in diesem Blog bereits erklärt, ist ein Kreuzgutachten zur Qualitätsicherung bei wissenschaftlichen Publikationen und kann sich oftmals über Monate hinziehen.

Dass der unwahrscheinliche Fall eingetreten war, die Redaktion von Zeit-online habe den Artikel der Washington Post nicht gelesen, widerlegt das Blatt selbst. In dem bereits am frühen Morgen online gestellten Artikel:

„Früherer Putin-Berater starb an Kopfverletzungen“,

zitiert „Zeit online“ selbst aus der Post. Allerdings ist der einzige Satz des gesamten Artikels, der sich für die Verschwörungsgeschichte der „Zeit“ eignet, wenn man ihn denn aus dem Zusammenhang reisst:

„Ein Sprecher (der Polizei) wollte laut Washington Post nicht sagen, ob es sich bei der Gewalteinwirkung um ein Verbrechen gehandelt habe.“

Es ist, aus Sicht der „Zeit“ durchaus verständlich, warum man die werte Leserschaft nach Strich und Faden belügt, wenn man ihr Erkenntnisse vorenthält, die ebenfalls von der Washington Post recherchiert, allesamt daraufhindeuteten, dass der schwer alkoholkranke Lesin sich zum Zeitpunkt seines Todes schon mehrere Tage auf einer exessiven Sauftour befunden hatte.

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Demokratie? – Längst abgeschafft!

Drei Nachrichten von gestern – drei Nachrichten, die Auskunft geben über den Zustand unserer Demokratie:

„Ecuador kappt Wikileaks den Zugang zum Internet“

„Wallonen: Offener Druck, um Widerstand gegen CETA zu brechen“

„Alle RT-Konten in Großbritannien aufgelöst“

Es muss wohl nicht extra erwähnt werden, dass diese Meldungen in den Mainstream-Medien nicht oder nur sehr eingeschränkt zu finden sind. Ein Umstand, der fast schon für eine vierte Skandalmeldung ausreichen würde:

„Demokratie? – Längst abgeschafft!“

Beginnen wir mit der letzten der drei Überschriften. Die „National Westminster Bank“, eine Tochter der „Royal Bank of Scottland“, hat dem russischen Sender „Russia Today“ (RT) sämtliche Konten zum 12. Dezember gekündigt. Die Begründung:

„Wir haben vor kurzem die Bedingungen Ihrer Zusammenarbeit mit uns überprüft und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir diese Einrichtungen nicht mehr bereitstellen werden.“

Eine weitere Erläuterung – Fehlanzeige.

Die Kontokündigung muss als vorauseilender Gehorsam der Bank gegenüber der britischen Regierung gesehen werden. Hatte doch der britische Aussenminister, der noch vor Monaten wegen seines Engagement für den Brexit, den Austritt Großbritanniens aus der EU, in den Mainstreamblättern ob seines wüsten Haarschnitts und seiner ungepflegten Kleidung verhöhnte Boris Johnson kurz zuvor in schönster Eintracht mit dem US-amerikanischen Aussenminister Kerry neue Sanktionen gegen Russland gefordert.

Da scheint man sich in der „Royal Bank of Scottland“ gedacht zu haben, dass es für die Geschäftsentwicklung sicherlich nicht von Schaden sein könnte, wenn man den Russen die Konten dicht macht. So könnte eine unbeliebte und unbequeme Stimme elegant und ohne sich des Vorwurfs der Zensur auszusetzen, zum Schweigen gebract werden. Während die britische Premierministerin Theresa May ihre Hände in Unschuld wusch:

„Es ist eine Sache für die Bank, und es ist an ihr zu entscheiden, wem sie Dienstleistungen auf der Grundlage ihrer eigenen Risikobereitschaft bietet“,

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